2015 war ich in…

  1. Puerto de la Cruz, Kanaren/Teneriffa
  2. Garachico, Kanaren/Teneriffa
  3. Santa Cruz, Kanaren/Teneriffa
  4. Neustadt an der Weinstraße, Pfalz/Deutschland
  5. Hambach, Pfalz/Deutschland
  6. Maikammer, Pfalz/Deutschland
  7. Frankfurt, Deutschland
  8. Köln, Deutschland
  9. Hamburg, Deutschland
  10. Carolinensiel, Deutschland
  11. Wilhelmshafen, Deutschland
  12. Amsterdam, Niederlande
  13. Malmedy, Belgien
  14. Hoope-Park, Endurogelände bei Bremen
  15. Fethiye, Türkei
  16. Ölüdeniz, Türkei
  17. Marmaris, Türkei
  18. Sarigerme, Türkei
  19. Lörrach, Deutschland
  20. Baveno, Italien
  21. Isola Bella, Lago Maggiore, Italien
  22. Mailand, Italien
  23. Rosenheim, Deutschland
  24. Salzburg, Österreich
  25. Las Palmas, Kanaren/Gran Canaria
  26. Salvador de Bahia

2015 habe ich allerdings auch den Äquator erstmals überquert, erstmals eine Kreuzfahrt gemacht und erstmals Süd-Amerika betreten.

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One-Way-Ticket

Gerade realisiere ich es: Montag hatte ich den ersten One-Way-Flug meines Lebens… So beginnt das nächste Abenteuer. Ein Kreuzfahrtschiff nimmt mich in den nächsten Tag mit über den Atlantik.  

Mein erstes One-Way-Flugticket von Deutschland auf die Kanaren

 Bei Brasilien werde ich dann erstmals nach einigen Tagen auf dem Ozean wieder Land sehen.

Ich bin neugierig, was es mit mir emotional macht, tagelang nur Wasser zu sehen. 

Die Spannung steigt. Ich gehe jetzt zum Strand von Las Palmas, Gran Canaria und werde dort frühstücken, mit Sand unter den Füßen. 

#travelblog #transatlantic #cruise #nomad #grancanaria #staywild #digitalnomad #brasil 

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Ägypten an einem Tag

Mit dem Motorrad nach Ägypten fahren und am gleichen Tag zurück? Geht! Nur Pyramiden hab ich keine gesehen…

Welche Ortsbezeichnung (in Deutschland) mit Reise-Charakter habt Ihr schon gefunden? 

  Habt Ihr Fotos davon?

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Überall neue Eindrücke und Wunschreiseziele: Das hört ja NIE auf!

Da geht man in einen Park und dann..? 

Zunächst werden die giftigen und gefährlichen Tiere der nächsten Zielländer deutlich aktiver bestaunt. Ok, zugegeben: Ein Selfie mit Anaconda und mir habe ich auch versucht. Mir fehlt da aber entweder die Übung oder der Selfie-Stick… 

Wie auch immer, ich verschone Euch mit dem Ergebnis.

Bin mal gespannt, wann ich sowas in der Natur entdecken kann, ohne Eintritt in einen Safari-Park zu zahlen.
Schwupp – ist ein neues Ziel auf meiner Reisewunschliste nach weiter oben gerutscht. 

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Transatlantisch: Mein ADVENTure-Trip in den südamerikanischen Frühling

webworktravel[Bild und Link (unten) von WEBWORKTRAVEL]
Als ich von dieser Schiffsreise quer durch den Atlantik erfuhr, war ich sofort neugierig. Als ich den Preis hörte – 100 € als Einzelperson in einer Innenkabine bei einer Vollverpflegung für 8 Nächte – dachte ich zunächst an Bauernfängerei.

Mit ein wenig Recherche habe ich das Schiff und den besagten Termin gefunden. Das Angebot schien plausibel und bodenständig zu sein. Es handelt sich um eine Kreuzfahrt, bei der keine Häfen angelaufen werden, es aufgrund der Hochsee recht schaukelig werden könnte und zeitgleich um eine Schiffsüberführung in die südliche Hemisphere.

Natürlich fallen Gebühren, Trinkgelder und individuelle All-inklusiv-Pakete gesondert an. Doch auch hier waren die Kosten von der Reederei um einiges reduziert worden.

Mal im Ernst:
Wo bekommt man eine Schiffsreise über 9 Tage mit All inklusiv Versorgung, Reiserücktrittsversicherung und inkl. der Gebühren, Steuern und Trinkgelder für 236 €?

Als ich mir die Zahlungsmodalitäten angesehen hatte, waren alle Bedenken zerstreut. Es erfolgt eine Anzahlung von 50,00 € und bis etwa eine Woche vor Abfahrt würde ich noch immer einen Großteil des Preises erstattet bekommen, sollte ich stornieren. Ihr könnt Euch vorstellen, wie lange ich meine Entscheidung hinausgezögert habe…

So begann also die Planung für meinen adventlichen Trip,
der mich bisher auf mindestens zwei Kontinente führen wird:
ADVENTure-Trip 2015

Noch viel mehr Informationen und Hintergründe dazu findet Ihr in diesem ENGLISCHEN Artikel von Johannes von WEBWORKTRAVEL. Vielen Dank, Johannes!

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73 Stunden auf einer Gulet in der türkischen Ägäis

Nachts an Deck einer Gulet in der türkischen Ägäis übernachten?
Mit dem Licht der Sterne und des Mondes einschlafen?
Frischen Wind um die Nase, ein sanftes Schaukeln und feine Wellengeräusche beim Einschlafen?
Hier kommt mein Reisebericht zur Übernachtung an Deck eines Segelschiffes in der Türkei:

Aussicht aus einer kleiner Buch in den Sonnenuntergang von einer Gulet in der türkischen Ägäis

Aussicht aus einer kleiner Buch in den Sonnenuntergang von einer Gulet in der türkischen Ägäis

Barfuß stehe ich nun vor dem großen dunklen Holztisch, der hinten auf der Gulet für die zwölf Passagiere Platz bietet. Mein Koffer wurde eben von Yasar über den schwingenden Steg an Bord gebracht. Ich bin schon auf meine Kabine gespannt. So unerwartet klein und überschaubar, wie das Schiff gerade auf mich wirkt, bin ich froh, diese alleine bewohnen zu können. Rechts und links am Ende des Stegs gibt es eine große Liegefläche. Sieht einladend aus. Unter dem Sonnenschutz kann man es hier sicher sehr gut aushalten. Mir ist warm, obwohl der Mittag noch weit vor uns liegt.

Direkt hinter dem Tisch gibt es einen ersten Treppenabgang, der zu einem Raum führt. Sofort muss ich an ein Wohnmobil denken. Alles ist platzsparend und zielgerichtet aufgebaut. Allerdings fehlt hier das Flair des oftmals missglückten Versuchs, eine gewisse Gemütlichkeit zu erreichen: es ist wirklich gemütlich da drin. Dem Duft nach zu urteilen, ist da unten irgendwo auch die Küche versteckt. Als ich meine vorläufige Beobachtung abgeschlossen habe, ist mein Koffer aus meinem Blickfeld verschwunden. Yasar, ein Matrose (vermutlich) teilt mir die Kabinennummer 5 mit. Mein Weg führt um die Küche herum. Ich sehe einen zweiten Teil des Bootes, die Treppe ist recht steil. Unten liegt ein dicker heller Teppich. Meine Kabine ist ganz vorne, am Ende des Gangs. Der Koffer ist bereits drin, weshalb es mir schwerfällt, einen Platz für meinen zweiten Fuß zu finden. Die Kabine ist tatsächlich so winzig, dass eine zweite Person hätte auf dem Bett sitzen müssen, wobei man dort ja auch den Koffer öffnen muss. Das Bad erinnert mich noch heftiger an ein Wohnmobil. Hier ist allerdings wesentlich mehr aus Holz gebaut, statt aus Plastik geformt.

Nach dieser ersten Sichtung der Schlafsituation für die nächsten drei Nächte zieht es mich sofort wieder an Deck. Ich bin neugierig auf die anderen Mitreisenden. Ganz vorne entdecke ich zwei Personen. Hinten, da von ich eben auch angekommen war, sind auch schon einige weitere Personen eingetroffen. Meine Schwester plaudert bereits mit Beate. Ich stelle mich schnell vor. Beate kommt aus Berlin. Kann man nicht überhören. Großartig! Ich liebe den Hauptstadt-Slang. Dann geht es recht flott. Hände werden geschüttelt, Namen getauscht. Was für eine Truppe.

Kurt – nahezu 70 Jahre alt, Weltumsegler seit 2006 – hat so viel Farbe im Gesicht, ich bin sofort neidisch. Mit völlig akzentfreiem Hochdeutsch stellt er sich kurz vor. Ich freue mich sofort auf die tägliche Dröhnung Seemannsgarn und auf tolle Geschichten seiner Reise. Loleth stammt von den Philippinen, spricht niederländisch und englisch und ist mit einem Deutschen verheiratet.

Neben meiner Schwester, ihrem Freund und mir sind jetzt noch vier Männer Gast auf der Eymen Kaptan. Terry und Dan stellen sich vor. Amerikaner. Douglas und Rudi ebenfalls. Es stellt sich schnell heraus, die vier kennen sich nicht. Wohnen in San Francisco jedoch nur 10 Autominuten voneinander entfernt. Es scheinen Pärchen zu sein, jedoch spricht das hier und jetzt niemand an. Diese Gruppe ist der totale Hammer. Ich beginne zu überlegen, ob Tommy Jaud mit Hummeldumm einen Reisebericht oder einen Roman geschrieben hat. Die nächsten Tage können unmöglich trist und öde werden – ganz unabhängig von dem Boot, dem Wetter und allen sonstigen Eventualitäten.

Wir sind wohl soweit vollständig. Im Laufe des Tages wird noch ein weiteres Pärchen erwartet. Bin gespannt, wie die beiden wohl zu uns transportiert werden. Das Schiff fährt los, nachdem wir alle an dem großen Tisch eine erste Portion türkischen Mocca, Tee und Gebäck genascht haben.

Die nächsten Stunden verlaufen entspannt und wir sprechen viel mit den anderen Gästen. Mit Dan und Terry habe ich mich ganz nach hinten auf die Sitzkissen gesetzt und wir sprechen über Autobahnsperrung wegen Bombenfunden, das deutsche Gesundheitssystem, die völlig wirr gemixten europäischen Wurzeln der beiden und die jeweiligen Sprachkenntnisse. Wie herrlich. Die Zeit vergeht wie im Flug, ich kriege einen Sonnenbrand und wir steuern den ersten Ankerplatz an. Lunch-Time!

Zuckerwattewolken schmelzen vor dem taubenblauen Himmel.

Nach dem Essen verkündet der Kapitän, wir würden hier warten, bis die anderen beiden Gäste eingetroffen sind. Es soll noch etwa vier Stunden dauern.

Damit ist das Meer eröffnet! Zuckerwattewolken schmelzen vor dem taubenblauen Himmel. Aus der Küche duftet es kriminell gut. Die Seeluft macht ja sowas von hungrig.

Zum Abendessen sind Sabine und Michael dann auch dabei. Wie und wann Sie auf das Schiff gekommen sind, habe ich bei all den guten Gesprächen überhaupt nicht mitbekommen.

Abendessen auf einem Segelschiff in der türkischen Ägäis

Abendessen auf einem Segelschiff in der türkischen Ägäis

Das Essen ist köstlich und es gibt leckeren gekühlten Wein. Die Kabinennummer wird auf das Etikett geschrieben. In einem Mix aus englisch und deutsch reichen wir Schüsseln, Brot und Gewürze quer über den langen Tisch. Daran könnte ich mich gewöhnen.

Abends sitzen wir noch eine Weile zusammen, jedoch sind die meisten von der Anreise erschöpft und es kehrt schnell Ruhe ein. Wir ankern wieder in einer kleinen Bucht. Rechts und links sind andere Gulets, Segelschiffe und Yachten sind Sichtweite mit Seilen an Felsen oder Bäumen auf der Insel fixiert.

Ich schlafe überraschend gut in meinem trapezförmigen Bett. Allerdings weiß ich noch nicht so genau, wie ich in diesem kleinen Raum, der direkt an meine Kabine angrenzt, morgen duschen soll.

Die folgenden Tage verlaufen ab jetzt immer gleich gut:

  • Breakfast-Time
  • Swimming-Time
  • Lunch-Time
  • Fahrt in eine andere Bucht
  • Tea-Time
  • Swimming-Time
  • manchmal noch eine andere Bucht
  • Dinner-Time

In kleineren Gruppen führen wir immer wieder Gespräche, lesen, schlafen, entspannen, gehen schwimmen… gänzliche Entspannung. Mit einem kleinen Motorboot kommen immer wieder Händler an die Gulet gefahren. Sie halten Tafeln mit Eis-Abbildungen hoch, sodass man es von unserem höheren Schiff aus erkennen kann. Bis auf Terry kauft allerdings niemand ein Eis.

In dieser Nacht schlafe ich draußen an Deck unter einem wieder sternenklaren Himmel.

Am ersten Tag zieht der Himmel etwas zu. Gut für mich, meine Haut kann sich etwas erholen.

In dieser Nacht schlafe ich draußen an Deck unter einem wieder sternenklaren Himmel. Ich bedauere die Tatsache, dass der Mond so hell scheint, denn sonst würde ich sicherlich noch sehr viel mehr ins Staunen kommen, als jetzt gerade schon. Es sind nicht nur die unendlich vielen Sterne zu sehen, sondern auch richtiger Sternenstaub zwischen den größeren und helleren Sternen. Als könnte man in die Ewigkeit hineinblicken. So etwas kenne ich bisher nur aus dem Planetarium oder von Fotografien per Teleskop. Es ist fast zu schade, überhaupt einzuschlafen, die Luft macht mich allerdings vollkommen müde und ich kann meine Augen nicht mehr offen halten.

Am nächsten Morgen soll es um 5 Uhr früh losgehen. Wir müssen eine Landzunge umrunden und fahren dazu zwischen dem Festland und einer Insel direkt in das nun relativ offene Meer hinaus. Klar, bei Sonnenaufgang. Logisch.

Schlafplatz an Deck beim Sonnenaufgang

Schlafplatz an Deck beim Sonnenaufgang

Ich werde wach wegen dem leichten Regen und dem schaukeln… Spätestens, als die Ankerkette um 5:20 Uhr eingeholt wird, ist aber garantiert das ganze Schiff wach. Nach und nach torkeln alle anderen hundemüde mit kleinen Augen an Deck. Die Bettdecken dabei. So wie wir in diesen Moment, fahren scheinbar alle Gulets zeitgleich los. Vorne auf dem Schiff fallen Kommentare wie „spanische Armada“ oder „Flotte der Morgenröte“. Ein tolles Gefühl, eine wahnsinnige Aussicht und sicherlich ein wirklich spezieller Moment in meinem Leben.

Die tollsten Dinge passieren eben im Morgengrauen…

Regen im Hafen von Marmaris

Regen im Hafen von Marmaris

Wir sehen einen Regenbogen und der Seegang führt bei Loleth zu Übelkeit. Das Frühstück gibt es glücklicherweise erst am nächsten Ankerplatz. Dieser liegt direkt gegenüber von dem Hafen in Marmaris. Die Insel heißt Paradise Island. Das Wetter wird aber immer ungemütlicher und so beschließen wir nach dem Frühstück alle gemeinsam, bereits jetzt in den Hafen einzulaufen.

Dieser Gedanke ist unschlagbar. Das folgende Unwetter lässt Blitze in Masten einschlagen. Die Wucht ist mit jeder Faser im Körper zu spüren und die Regenmengen sind schlichtweg beeindruckend. So schnell und heftig, wie es kam, war es auch wieder weg und wir haben die Stadt und Bazare unsicher gemacht. Das tolle Abendessen an Bord hat sich aber niemand nehmen lassen. Wir bestätigen uns gegenseitig, wie toll die Schiffstour war. Ich werde ganz sicher nochmal eine solche Segeltour unternehmen!

An diesem letzten gemeinsamen Abend zieht es einige von uns zusammen in die Bar Street.
In Marmaris kann man herrlich unter freiem Himmel tanzen…

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Türkei 2015 – Tag 5: Thunderstorm ahoy?

Mein bisher einziger Urlaub in die Türkei muss ungefähr 10 Jahre her sein. An den Abreisetag erinnere ich mich trotzdem noch sehr deutlich. 

In der letzten Nacht haben Jessica – meine Schulfreundin seit der ersten Klasse – und ich kein Auge zu machen können. Es gab ein heftiges Unwetter. Namenlose Gegenstände flogen durch die Luft, der Donner krachte und der Wind heulte, gespenstisch untermalt von extremen Blitzen. 

Selbst zu Hause habe ich solche Unwetter nur ganz selten erlebt. Die eigentliche böse Überraschung stand uns jedoch noch bevor. Unser Abflug verzögerte sich um schlappe fünf Stunden. Den Grund dafür nannte man uns erst, nachdem alle Passagiere im Flugzeug und die Türen verschlossen waren: In der Nacht war eine hohe zweistellige Zahl an Blitzeinschlägen in unserem Flugzeug registriert worden, daher habe man die Bordelektronik mehrfach gründlich überprüfen müssen, um in Deutschland landen zu dürfen.

Ich erinnere mich nicht mehr an genaue Zahlen oder an den Namen der Fluggesellschaft. Vielleicht ist das ja auch ganz gut so. Der Rückflug verlief damals völlig problemlos. Trotzdem wäre ich lieber wieder ausgestiegen.

Die aktuelle Situation kommt mir daher bekannt vor. 

Schon während der Nacht prasselt Regen auf die kleine Terrasse vor meinem Zimmer. Frösche quaken immer noch mit dem Regen um die Wette, als ich morgens aufstehe. Mit dem ersten grollenden Donner stehe ich auf dem Balkon und kann die zugehörigen Blitze auf dunklerem Grund vor und in den Wolken betrachten. Es ist 6:20 Uhr.

Nach einer Dusche und einem schnellen Frühstück versuche ich, den geliehenen Koffer zu schließen. Rütteln und Stopfen hilft. Schließlich ist der Koffer tatsächlich zu. Ich ziehe den Koffer im Regen durch die ganze Hotelanlage und blicke etwas entmutigt in den grauen Himmel. Das Wetter für meine Segeltour habe ich mir anders vorgestellt. Wie wird sich dieses Wetter auf die Wellen und somit direkt auf meinen Magen auswirken? Ich versuche optimistisch zu bleiben.

An der Rezeption bestelle ich ein Taxi zur Marina. Von dort soll die Fahrt mit der Gulet beginnen. Die Taxipreise kommen mir plausibel vor. Um nicht übers Ohr gehauen zu werden, frage ich an der Rezeption immer gleich auch nach dem Durchschnittspreis für die jeweilige Distanz. Der Weg zur Marina soll zwischen 15 und 20 Minuten dauern und ca. 45 TL kosten.

Als ich nach draußen komme, stehen zwei Taxen bereit. Das erste ist schon länger dort und hat das Vorrecht, wie mir der Fahrer des zweiten Wagens -der deutlich praktischer parkt- versucht mit den Händen durch die geschlossene Glasscheibe zu erklären. Ok, mir ist das gleich. Aber langsam wird die Zeit knapp. Schließlich möchte ich noch einen Zeitpuffer für die Schiffsuche haben.

Bisher ist mir nach zwei Telefonaten ja nur der Name der Gulet „Eymen Kaptan“ und die Reederei bekannt. Dieses Vorgehen ist aber völlig normal, wie sich später herausstellte.

Die Taxifahrer sind jedoch tiefenentspannt, wie ein typischer Tourist nach dem Dessert-Buffet und bewegen sich entsprechend temperamentbefreit. Mein Fahrer gibt noch Teile seiner Tageszeitung an den anderen Fahrer weiter, fährt den Wagen -umständlicher als jeder Fahranfänger es je tun könnte – vor, um dann den Koffer im Mafia-Kofferraum verschwinden zu lassen.

Dieser Tag verheißt nichts wirklich Gutes. Ich kriege schlechte Laune.

Der Fahrer braust los. Wenigstens fährt er auch entspannt… Als er locker innerhalb meiner Zeitvorstellung in der Hafengegend ankommt und dort nach dem Weg fragt, bin ich beeindruckt und entspanne schon wieder ein wenig. Wer fragt schon gerne nach dem Weg?

44.25 TL kostet die Fahrt. Punktlandung würde ich sagen. Der Koffer ist schnell ausgepackt und die Marina-Information gefunden. Die Eymen Kaptan ist am Steg G zu finden.

Vorne werde ich bereits begrüßt. Mein Pass wird eingesammelt. Die Restzahlung in Euro erfolgt ohne Quittung. Trotzdem ist mir mein Gegenüber sympathisch und bleibt es auch. Alles verläuft optimal.

Die Gulet liegt um die Ecke, wird mir gesagt. Der Steg ist L-förmig und mein Ziel mindestens einen 3-Tage-Marsch entfernt. Jedenfalls ist es nicht so leicht, den Koffer zu transportieren. Der Steg hat an den Verbindungsstücken breite Spalten und über die ganze Länge ziehen sich Leitungen zur Wasser- und Stromversorgung der Boote.

Als ich endlich ankomme, wird mir der Koffer abgenommen und direkt an der Stegkante abgestellt. Er kippt. Ich sehe den Koffer schon in das Hafenbecken plumpsen. Zum Glück reicht meine Reaktionsfähigkeit und auch mein eigener Umkehrschub aus. Weder Koffer noch ich werden jetzt nass.

Über eine freischwebende Brücke von vier oder fünf Metern schwanke ich dann auf die Gulet. Ab hier ist schuhfreie-Barfuß-Zone.  

Die Mutter von Kaptan Eymen stellt türkischen Mocca, Tee und Gebäck auf den Tisch. Sie lächelt freundlich und etwas schüchtern. Von den anderen Gästen an Bord sehe ich bisher noch nichts.

Mal sehen wer sonst noch so hier auf dieser Gulet aufschlägt…


Hier gibt es noch ein kleines Mini-Video von den morgentlichen Aussichten auf den Tag:

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Türkei 2015 – Tag 4: der Tag auf dem Bazar

 Nachdem ich gestern sehr früh aufstehen musste und auch das Frühstück eher hastig verlief, wollte ich es heute entspannter angehen. Nach dem Ausschlafen und einem ausgiebigen Frühstück im Hotel ging es mit dem Dolmuᶊ zum großen Bazar nach Fethiye. Der Preis für diese Strecke sollten 2 TL betragen, hatte ich an der Rezeption erfahren. Eine gute Gelegenheit mein Kleingeld loszuwerden.

Die Fahrt mit dem typischen türkischen Mini-Bus ist ein Erlebnis. Ohne verchromte opulente Felgen fährt hier fast keiner der kleinen Busse herum.

Die Tür ist während der Fahrt oft noch ein ganzes Wegstück geöffnet. Geld wird während der Fahrt nach vorne zum Fahrer durchgereicht und auch gewechselt. Menschen – völlig unterschiedlich – drängen hinein.  

Wenn man zu Beginn beim Fahrer nach dem Ziel fragt, sagt er den Zielort an der entsprechenden Haltestelle an. So auch beim Bazar. Nachdem ich ausgestiegen bin, laufe ich der britischen Familie hinterher, die offensichtlich etwas besser orientiert ist, als ich im ersten Moment. Nach etwa 20 Metern habe dann aber auch ich den Bazar entdeckt. Unter weißen, meist wüst abgespannten Planen werden hier Obst und Gemüse angeboten. Die Dimensionen der Früchte und Schoten weicht dabei etwas von den mir bekannten und immer genormten Formen aus unseren Supermärkten ab.   

 Ich kaufe Türkischen Honig für 5 TL und gehe weiter. Der Bazar ist aufgeteilt in Lebensmittel, Kleidung und Hausrat. Für die Segeltour möchte ich mir noch ein Handtuch kaufen. Die Herausforderung besteht hier eindeutig darin, ein Handtuch zu finden, auf dem kein Label vorhanden ist.

Nachdem es unter den Planen immer wärmer wird, mein Handtuch gefunden und die Handtaschenverkäufer möglichst höflich abgewimmelt sind, trete ich den Rückzug an. Ich muss irgendwie auf die andere Straßenseite kommen. Es ist wohl gerade Hauptverkehrszeit – zumindest ist es sehr voll.   

Eine Weile stehe ich an einer Ampel und beobachte die anderen Verkehrsteilnehmer. Dann entscheide ich mich dazu, einem jungen Mädchen in die Mitte der Straße zu folgen. Sie schlägt einen Haken und lässt einige Autos passieren, andere wiederum nicht. Ich erkenne den Unterschied nicht, aber ich bin gut auf der anderen Straßenseite angekommen. Nun muss ich einen Dolmuᶊ finden, der mich wieder in Richtung Hotel bringt. Vorne in den Bussen sind Schilder oder blinkende LED-Tafeln angebracht. Zur Sicherheit frage ich den Fahrer direkt nach meinem Hotel und er bestätigt meine Frage freundlich mit einem Nicken. Dann öffnet er die Beifahrertür und ich darf sogar vorne mitfahren. Hinten herrscht schnell Gedrängel. Ich bin wirklich froh über meinen Platz in der ersten Reihe. Das Geld der anderen Passagiere wird nun auch per Klopfen auf meine Schulter an mich weitergereicht. Per Handzeichen wird dazu dokumentiert, für wie viele Personen gezahlt werden soll. Was für ein Durcheinander.

Im Hotel angekommen, bringe ich meine Beute in das Zimmer. Ich habe schon wieder Hunger. Ja, tatsächlich.

Kurz vor dem Abendessen erhalte ich von der Veranstalterin noch das Geld für den Paragliding-Flug zurück.

Im Hotel gibt es gegrillten Wolfsbarsch. Ein einziger Fisch ist für mich kaum zu schaffen – aber verdammt, sieht das lecker aus!

Es ist der letzte Abend im Hotel. Ich möchte wenigstens einmal draußen sitzen. Die dunklen Wolken, die aus Richtung Meer auf das Hotelgelände zusteuern, lassen nichts Guten erahnen. Irgendwann nehme ich ein dumpfes Grollen wahr. Wird aus der dunklen Wolke jetzt tatsächlich ein Unwetter? Es kühlt immer mehr ab und ich gehe nach dem Essen direkt zum Strand, um mir das Wetter genauer anzusehen. 

 Mir wird hier richtig kalt. Ich setze mich an die Bar direkt am Pool und bestelle noch einen letzten Cocktail für diesen Urlaubsabschnitt. Countrymusik kommt aus den Lautsprechern und mein Cocktail bekommt ein Extra-Schirmchen gegen den drohenden Regen.

Ab 21 Uhr ziehen die ersten Regentropfen größer werdende Kreise in der vorher glatten Wasseroberfläche des Pools. Ich schlürfe meinen Cocktail leer und mache mich davon.

Ab ins Zimmer, Koffer packen. Morgen geht es wieder früh raus. Als ich später im Bett liege, höre ich die Frösche. Ich werde sie vermissen.

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abenteuerliches auf- und ab: Reisebericht Türkei 2015 – Tag 3 (Teil 2)

Reiseblog: Bericht Türkei: Paragliding in Ölüdeniz

Teil 2

Die Tatsache, heute vermutlich nicht fliegen zu können enttäuscht mich zugegebenermaßen etwas. Nur deshalb begann der Tag heute überhaupt so früh.

Niedergeschlagen sitze ich noch einen Moment in der Agentur und denke über die Versicherungssumme von 100.000 € nach. Der Tag ist aber entschieden zu schön für schwermütige Gedanken. Ölüdeniz hat einen der schönsten Strände, die man sich vorstellen kann. Das Wasser ist wunderbar türkis, der Sand hell und die Kiesel im Wasser sind völlig rundgelutscht von tollen Wellen.

Ich frage nach einem traditionellen Restaurant und ernte erst ein Kopfschütteln gefolgt von einem müden Lächeln. Traditionelle Küche kommt hier nicht gut an. Nicht in diesem Ort. Hier sind die Speisekarten auf britische Touristen ausgelegt. Ein Stück den Berg hinauf solle es ein türkisches Restaurant geben. Von dort stammt auch das Essen für die Piloten der Agentur. Ein Fahrer würde fahren, jedoch müsste er dort warten bis das Essen vorbei ist. Das wäre mir unangenehm. Also kommt nur der zweite Vorschlag in Betracht.

An der Promenade gibt es die Buzz Bar. Hier gibt es zumindest eine gute gemischte Karte und das Essen soll hier einfach fantastisch sein. Das Restaurant hat sogar eine Dachterrasse.
Ich bestelle eine große Flasche stilles Wasser und dazu ein Lamm Kebab. Auf einem Holzbrett werden mir wenig später zwei Spieße mit gewürztem Lamm und gegrillter Spitzpaprika gebracht.

Dazu ein Stück Brot auf dem Butter geschmolzen wurde, eine würzige rote Sauce, eine helle Knoblauch-lastige Sauce auf Joghurtbasis und eine kleine Portion Bulgur-Salat mit grob gehackten frischen Kräutern. Petersilie und Koriander kann man herausschmecken. Zitrone. Mit einer göttlichen Aussicht auf die Bucht von Ölüdeniz und willkommenem Wind im Gesicht schlemme ich genüsslich dieses himmlische Gericht. Ich esse mit den Fingern. Es schmeckt einfach zu gut. Niemand stört sich daran und ich bin völlig entspannt.

Ich sitze mit dem Rücken zu der Bergkette, hinter der sich das schlechte Wetter aufgetürmt hatte. Ich bemerke die Wetterverbesserung nicht und auch die Zeit spielt gerade keine Rolle. Die Dessert-Karte verspricht Kalorienbomben, immer garniert mit Honig oder Schokoladensauce.

Nachdem ich gezahlt habe, gehe ich wieder zu der Agentur. Die ganze Station ist ziemlich verlassen. Kein gutes Zeichen. Das schlechte Wetter hat sich inzwischen jedoch fast völlig aufgelöst. Sofort kommt eine Dame auf mich zu. Die aktuelle Gruppe ist vor etwa 10 Minuten aufgebrochen um zu fliegen. Na toll. Da war sie. Meine Gelegenheit und was tue ich?

Na, was soll ich sagen, ich habe das vermutlich weltbeste Lamm-Kebab gefuttert und es mir fast zwei Stunden auf der Dachterrasse der Buzz Bar gut gehen lassen.

Lieblingsessen auf Reisen: türkisches Lamm-Kebab mit gegrillter Spitzpaprika

Seht es Euch an! Besser kann es nicht aussehen:

So wie es aussieht habe ich also einen Gratis-Transfer zu einem der schönsten Strände bekommen, habe hervorragend gegessen, 10 Stunden am Strand verbracht und war im Meer schwimmen. Auch wenn es mit dem Flug dieses Mal nicht geklappt hat: es hätte schlechter laufen können.

Der Reisebericht zur Türkeireise 2015 geht weiter. Seht Euch die folgenden Artikel an oder klickt rechts in der Wolke auf Türkei.


 

Hier gibt es noch eine Mini-Video zu dem Vormittag am Strand:

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abenteuerlicher Tag am Meer: Reisebericht Türkei 2015 – Tag 3 (Teil 1)

Mein Tag am Meer: Türkische Ägäis im Frühjahr 2015

Dieser Tag entwickelte sich völlig anders als erwartet. Geplant war ein abenteuerlicher Ausflug in die Luft und eine tolle Aussicht. Es kam alles anders..

Um den Transfer um 7:15 Uhr morgens zu schaffen geht es früh los. Um 6:59 Uhr am stehe ich am Frühstücksbuffet. Eigentlich würde ich lieber nicht zu diesen überpünktlichen Touristen gehören, die vor dem verschlossenen Speisesaal warten. Heute habe ich einen guten Grund dafür. Der Tag verspricht lang, anstrengend und unterhaltsam zu werden. Da werde ich wohl Hunger kriegen. Also esse ich ein schnelles eiweißhaltiges Frühstück: Baked Beans, Spiegelei und etwas French Toast, dazu 2 Espresso. 3 Stücke Türkischen Honig wickle ich ein und verstaue sie im Rucksack. Alleine damit kann man sicher Energiereserven wieder schnell auffüllen – wenn auch nicht optimal.

Der Fahrer des Paragliding-Veranstalters wartet bereits vor dem Eingang. Ich freue mich. Bei bestem Wetter steige ich in den Bus und wir fahren und rasantem Tempo über die Schotterpisten mit Schlaglöchern bis zur nächsten Hauptstraße. Hier wäre ich gerne mit dem Motorrad unterwegs: kleiner Tagtraum… eine Motorradreise durch die Türkei, ohne großes Gepäck und mit Übernachtungen und Strandhotels. Tagsüber Piste, abends Hamam. Dieser Reisebericht lässt sich vermutlich schneller schreiben, als mir als Reiseblogger recht wäre.

Wir flitzen mit dem Kleinbus um die Kurven und fahren in circa einer Stunde nach Ölüdeniz. Der Fahrer sammelt zwischenzeitlich noch die Angestellten des Veranstalters und einen Anhalter ein, der zufällig den gleichen Zielort hat wie wir. Aus dem Gespräche und der entsprechenden Körpersprache lässt sich erkennen, dass die Mitarbeiter nicht mit einer so frühen Abholung gerechnet haben es verläuft insgesamt recht chaotisch. Der Ablauf ist dabei immer gleich: Während der Fahrt wird die Seitentür automatisch geöffnet. Der Bus hält, die Personen steigen zu und der Bus fährt in dem Moment an, in dem der zweite Fuß des letzten Passagiers die Straße verlässt. Erst danach – schon während der Fahrt – wird die Tür wieder geschlossen. Es ist offensichtlich keine Zeit zu verlieren. Gefällt mir, auch wenn wir viel zu schnell auf die nächsten Kreuzung zusteuern – Straßenverkehrsregeln existieren nur in meiner Vorstellung…

Skurril ist ein völlig niedergebranntes Haus, an dem ein zu-verkaufen-Schild steht. Auf dem unverbrannten Schild ist das intakte Gebäude abgebildet. Ein paar Straßen weiter bietet ein Händler Waschmaschinen, Spülmaschinen und ein Schlauchboot an – alles stabil vor dem Laden aufeinander gestapelt.

Um 8 Uhr kommen wir an. Der spätere Treffpunkt wird mir kurz gezeigt und dann der Weg zu Hafen gewiesen. 300 Meter nach Westen. Auf den ersten Blick scheint hier alles menschenleer zu sein. Dann entdecke ich all die fleißigen Menschen, die Strandliegen aufstellen, Sonnenschirme verteilen, in den zahlreichen Cafés und Restaurants an der Promenade die Tische decken oder einfach frische Waren in die Geschäfte tragen.

Paragliding in Ölüdeniz bei Wetterwarnung?

Mir ist ein Platz in der ersten Reihe sicher. Ich frage den Jungen mit den Strandliegen nach dem Preis. Acht türkische Lira pro Teil für den ganzen Tag ist seine Antwort – nicht in Deutsch, nicht in Englisch – sondern mit Händen und Füßen und einem offenen Lächeln. Nach meiner Umrechnungs-App sind es 2 x 2,78 € für den Sonnenschirm und die Liege. Die Auflage ist inklusive. Ich entspanne also am Strand und sehe mir die Landungen der zahlreichen Paraglider an, die immer wieder in Rudeln aus dem Himmel fallen. Hinter der südlichen Bergkette wird es immer wolkiger. Ab 10 Uhr werden diese Wolken dunkler und ich überlege, ob und wie sich diese Wetteränderung auf meinen Sprung auswirkt.

Um 11:45 Uhr bin ich umgezogen am vereinbarten Treffpunkt. Umgezogen bedeutet in diesem Fall: eine lange Jeans (gegen evtl. Schürfwunden bei unsauberer Landung), Wanderstiefel um meine Knöchel zu schonen und einen warmen Pullover – denn es geht bis auf 1900 Meter Höhe. Meine Ausstattung kommt gut an. Ich fülle die erforderlichen Formulare aus. Alle Informationen sind gut verständlich in englischer Sprache zusammengefasst.

Um 12:00 Uhr soll es losgehen. Meine Anspannung steigt. Ich hätte mir nur gewünscht, Ölüdeniz bei klarer Sicht von oben zu sehen. Aber gut. Da kann man nichts machen. Um 12:11 Uhr werde ich mit meinem Vornamen angesprochen.

Wir werden nicht fliegen.
Es ist nicht sicher.
Tut uns sehr leid!

Na toll. Einerseits freue ich mich schlagartig. Das Unternehmen nimmt die Touristen also nicht aus, sondern handelt verantwortungsbewusst. Ein gutes Gefühl. Ich werde heute nicht fliegen: kein gutes Gefühl.

Sonnenbrille und Canon DSLR sollen mit auf den Flug und natürlich auch eine Actioncam. Sowas ohne Video einer GoPro?

Wir verhandeln kurz und stimmen die möglichen Optionen ab. Leider ist ein späterer Flug nicht möglich – dann bin ich mit einem Segelschiff nach Marmaris unterwegs. Man verspricht allerdings, mich möglichst in einer der anderen Touren unterzubringen – sofern sich das Wetter bessert und jemand nicht erscheint. Es sieht nicht gut aus für mich. Es sieht für niemanden gut aus, der heute noch fliegen möchte…

Fortsetzung folgt in Kürze…

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Tee, Hamam und Entspannung im Hotel am Strand in Fethiye

An der türkischen Ägäis liegt das Hotel am Strand. Ich berichte in diesen Reisebericht über einen unerwartet verlaufenden Tag vor dem Segeltrip. Eine Türkei-Reise hat viel zu bieten.

türkische Leckereien am Buffet in Fethiye

türkische Leckereien am Buffet in Fethiye

 
Der Tag beginnt in einem undurchsichtigen Dunst. 

verhangener Himmel am Morgen

verhangener Himmel am Morgen

 
Nach den beiden sensationellen Mahlzeiten gestern – die zum Glück nicht einfach ein internationales Buffet umfassten, sondern auch fremde Gewürzekombinationen boten – bin ich auf das Frühstück und noch mehr auf den Kaffee gespannt.

Meine Erwartungen werden mehr als erfüllt. Ich trinke Espresso mit etwas Schokolade. 

Jetzt kurz umziehen und ab zum Pool. Im Schatten sitzend beobachte ich die anderen Gäste und gönne mir den ersten Tee des Tages.  

türkischer Tee am Pool

türkischer Tee am Pool

Ganze 3 Seiten habe ich bisher gelesen. Egal. Der Pool lockt mich. Bis zu meinem Hamam-Termin sind es auch nur noch 25 Minuten. So schwimme ich also noch ein paar Bahnen und versuche mich an die Übungen aus dem Wasser-Fitness-Kurs von vor drei Jahren zu erinnern. Bei dem Essen müsste ich aber wohl tatsächlich Dauerschwimmübungen machen.

Das gebuchte Hamam mit Mocca-Peeling steht an. Zuerst geht es für ein paar Minuten in die Dampfsauna. Es duftet nach Minze, Thymian und Eukalyptus. 

Danach geht es in den Hamam-Raum. Der warme Mamortisch in der Raummitte ist zweifarbig. Mit einer großen silbernen Schale, die reichlich mit Ornamenten überzogen ist, werde ich mit Wasser in unterschiedlichen Temperaturen übergossen. Der grobe Teil der Behandlung besteht aus einem Peelinghandschuh und Moccapulver. Der Kaffeesatz wird mit Wasser aus der Schale abgespühlt. Danach werde ich in eine Wolke aus Schaum gehüllt und nochmals abgeschrubbt. Erneuter Einsatz der silbernen Wasserschale.

Mit einer Klopf- und Druckmassage werden meine Muskeln von Kopf bis Fuß gelockert. Ich finde es herrlich. Seit einiger Zeit singt Songül ein Lied. Es hat eine ähnliche Melodie, wie dieses Lied aus dem Film Tribute von Panem – nur eben auf türkisch.

Nach dieser gelungenen Entspannung und porentiefen Ganzkörperreinigung folgt die Aromamassage. Songül wird von einer kleinen und zierlichen Asiatin abgelöst. Im Massagetisch ist für mein Gesicht eine Aussparung vorhanden. Die Massage dauert gefühlt schon 30 Minuten an, als ich die Augen öffne. Was ich sehe, verwundert mich kurz. Zwei Paar Badelatschen – jedoch keine Beine.

Mal nachzählen: Wieviele Hände sind auf meinem Rücken? Drei. Häh?!?

Ich hebe leicht den Kopf und blinzele nach rechts. Ich sehe eine geballte Faust, die sich abstützt. Ganz offensichtlich steht oder hockt die zum Glück zierliche Asiatin auf meinem Rücken. Was für eine Überraschung. Kannte ich nicht. Fühlt sich gut an. Wiederholungsgefahr!

Nach dieser Behandlung bin ich nun schlagartig hungrig. Leider gibt es gerade nichts. Also buche ich ein sportliches Abenteuer für den Folgetag und überbrücke die verbleibende Zeit mit einem Cocktail. Schmeckt vollkommen anders als gestern. Nicht schlechter. 

Nach dem Abendessen habe ich meinen Rucksack gepackt und versucht zu schlafen. Jeweils im Zweistundentakt habe ich bis morgens allerdings auf die Uhr gesehen. 

Das wird ja was… die bevorstehende Aktivität wirft ihre Schatten voraus. 

 

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Türkei 2015 – Tag 1

2377 km hat mich der Flieger Richtung Süd-Osten gebracht. Nach 50 Minuten Fahrt bin ich gegen 12 Uhr etwas ausgehungert hier angekommen:

Türkische Ägäis: Fethiye

Kurz das Zimmer ansehen, die erste richtige Mahlzeit des Tages futtern und dann: Ab ins Bett! Mittagschlaf.

 

Um 3 Uhr aufzustehen muss ich erstmal ausgleichen. Nach dem Schläfchen habe ich mir einen Hamam-Termin gebucht – welche Vorfreude!  

     
Auf meinen Tee habe ich leider zu lang warten müssen, da hat das Meer und der Strand zu laut gerufen: Heute bin ich schon im Meer geschwommen. Großartig! 

 

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ENDURO 1/2015 – haltlos in Hoope

 Die Zahl der blauen Flecken kann ich in Quadratzentimetern besser zusammenfassen, als in der tatsächlichen Anzahl.

Macht aber nix, ist ja Enduro!

Aber mal von Beginn an: Die Abholung meiner BMW hatte sich um ganze 65 Minuten verzögert – meine Zeitplanung für die Vorbereitung des Enduro-Wochenendes war somit dahin.

Vorsorglich hatte ich schon eine Spätanreise bei der Unterkunft angekündigt – die ich zwecks erhoffter Schlafqualität ausnahmsweise gebucht hatte. 70 € für eine Übernachtung. Nicht unbedingt wenig, wenn man bedenkt, dass ich bei etwas besserer Planung und Vorbereitung einfach im Transporter hätte schlafen können.

In kurzer Zeit habe ich die wichtigen Dinge im Transporter verstaut, halte auf dem Weg zur Autobahn noch an der Tankstelle, fülle den Benzinkanister auf, hole Bargeld ab und kaufe im Supermarkt daneben noch 2 Brezeln, Mini-Salami und Energie-Drink für zusammen unter 5 €. Mein heutiges Abendessen und morgiges Frühstück.

Dann geht es auf die Bahn. Im besten Fall liegen drei Stunden Fahrtzeit vor mir.  

 Drei Stunden. Passt. Die Ankunft verläuft gut und das Zimmer erfüllt mehr Wünsche als nötig. Vom Hotelinhaber bekomme ich noch die ersehnte Tasse milden Kaffee.

Jetzt schnell in die Federn. Energie tanken. 

Schon in der Nacht stelle ich mehrfach fest, wie wenig dieser Plan funktionieren wird. Schlaflos in Hoope..

Morgens prasselt dann der Regen unaufhaltsam auf das schräge Fenster. 

Staubig wird es heute also nicht.

Um 8 Uhr sitze ich im Wagen und fahre in Richtung Hoope-Park. Die Honda CRF darf als erstes aus dem Wagen, danach schmeiße ich mich „in Schale“.

Es ist noch Zeit für ein Enduro-Frühstück:

Tasse schwarzen Kaffee + Brezel + Vorfreude = guter Start in den Tag 

Im Training geht es rauf und runter, durch den Schlamm in grossen und kleinen Runden. Bremsen, Beschleunigung, Körperhaltung und Koordination werden trainiert. Der Regen hatte glücklicherweise bereits vor dem Trainingsbeginn aufgehört. Trotzdem war es morgens zu viel Wasser in kurzer Zeit.

Von 12-14 Uhr sind die Motoren aus. In der Mittagspause gibt es Kohlenhydrate für alle: Spaghetti Bolognese. Punkt 14:01 Uhr starten dann aber direkt die ersten Motoren.

Wir üben noch ein wenig weiter und dann geht es auf die Strecke. Bevor ich zum ersten Mal unten liege, bewältige ich gefühlt ganze 15 Meter. Finger quetschen & Mini-Blutblase. Natürlich wartet die ganze Gruppe. Die Honda und ich werden aus dem Weg geräumt. Nachdem ich meine Finger wieder spüre, geht es sofort weiter.

Trotz Motivation und riesiger Neugier auf die Strecke komme ich nicht sehr weit. Nach einigen Kurven, in denen es gut läuft, bin ich zu schnell für die Kurve mit der tiefen Fahrspur. Mein Vorderrad entwickelt spontan eigene Ideen und dem kann ich so schnell nichts mehr entgegensetzen. Der folgende Purzelbaum muss sehr lustig ausgesehen haben. Leider gibt es kein Video davon. Ich hätte es zu gern gesehen. Bevor mein Helm vor dem Vorderrad in den Matsch eintaucht, muss ich schon lachen. Übung macht den Meister. Ich brauche noch sehr viel davon…

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Endlich ENDURO!

Nicht mehr lang, dann geht es endlich wieder zum Enduro-Training. Meine Vorfreude ist schon riesig und ich freue mich auch darauf, euch in meinem Blog zu berichten.

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Punktlandung für das Day-Spa

Der Wartungsintervall liegt bei 10.000 km – bei meinem Motorrad verschoben um 5.000 km, die beim Kauf schon drauf waren. 

Daher passt der heutige Kilometerstand perfekt zu dem heutigen Vorhaben. 

Ich bin regelrecht entzückt!

Neue Schuhe sind auch fällig. Da mein geliebter Anakee II aber nicht mehr hergestellt wird, bin ich noch etwas ratlos.  

 

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