Pauschalreise statt Motorradurlaub: Ein humoriger Reisebericht für abenteuerlustige Individualreisende

Was passiert, wenn ein freiheitsliebender Individualreisender eine Pauschalreise unternimmt? Ein Vergleich zwischen abenteuerlicher Motorradreise mit Zelt und durchgeplantem Pauschalurlaub auf Fuerteventura. In dieser Blogpost-Serie geht es um Dehydrierung im Flugzeug, ein Hotelzimmer als Kühlkammer und den sehnlichen Wunsch nach der geliebten und bewährten Campingausrüstung einer Motorradreise.

Flugzeugtragfläche beim Rückflug nach Deutschland und bei Sonnenuntergang

Flugzeugtragfläche beim Rückflug nach Deutschland und bei Sonnenuntergang

Quallenförmige Nudeln, Tiefkühl-Laugenbrötchen & Buttermilch-Joghurt

Quallenartige Nudeln überschüttet mit blasser Tomatensauce und marshmalloartigen Mini-Mozzarella-Krümeln. Die Portion kaum ich kaum aufessen, obwohl die Nudeln in der überschaubaren Plastikschale nicht nach einer nennenswerten Mahlzeit aussehen. Heiß sind sie auch. Zu heiß. Der Getränkewagen ist noch nicht bei mir angekommen. Auf die Distanz ist er genaugenommen kaum erkennbar. Augenblicklich vermisse ich meinen geliebten Trinkrucksack schmerzlich.

Mit Alex Clare Unplugged in den Ohren, versuche ich das Getöse der grob rauschenden Flugzeugtriebwerke und die Massen missgestimmter Kinder zu übertönen. Mit mittelmäßigem Erfolg. Naja, wenn man täglich 10 Stunden Motorrad durch die tollsten Landschaften fährt, dann macht auch der Fahrtwind schon mal ganz guten Lärm.

fehlender Sauerstoff, minimalistische Luftfeuchtigkeit & Bewegungsmangel

Ich sehe aus dem Fenster mit den abgerundeten Ecken. Die Playlist geht zu Three cool cats über. Mal abwarten, was die Playlist noch ausspuckt. Sonderlich viel mehr Spannendes passiert einfach nicht. Meine Augen brennen bereits von der Trockenheit. Der Sauerstoff ist auch aus – wenn überhaupt jemals welcher an Bord war. Druck auf den Ohren. Ohne Aussicht auf Besserung in den nächsten Stunden. Gut, im direkten Vergleich mit einer Motorradreise kann ich nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, ob ich bereits auf der Straße wäre. Da gibt’s es zum Glück nicht diese elenden Gepäckbestimmungen. Wenn mein Koffer abreißt und ich mich hinlege, bin ich schlicht selbst Schuld. Ansonsten schnalle ich für gewöhnlich meinen kompletten Komfort-Bedarf für eine ausgiebige Campingreise an, auf und um mein tapferes Motorrad.
Ein großartiges Gefühl, wenn dann alles passt. Trotzdem kann genau dieser Punkt am Tag eins besonders in die Zeit gehen. Dennoch: bei meinem eher unbeholfenen Versuch, das Handgebäck und den mir zugewiesenen 20 kg Koffergewicht amtlich gerecht zu werden, habe ich ganz sicher mindestens viermal so oft aus- und umgepackt.

Während ich meinen Reisebericht schreibe habe ich die Videos in der Playlist gekonnt ignoriert und werden eben von einer stöhnenden Dame mit osteuropäischen Akzent aus meinen Motorradreisephantasien gerissen. Das bisschen Kleidung an Ihr ist fliederfarben. Pastelltöne. Ein pastellenes Flieder. Mochte ich noch nie besonders. Beine hüftbreit auseinander…

Ja genau. Nachdem mein Motorrad zu Hause also nach allen mir bekannten Regeln der Kunst, mit der so sorgsam bis mühsam über die Jahre zusammenrecherchierter Ultraleicht-Ausrüstung bespannt ist, muss ich mich nur noch in Schale schmeißen. Die Fahrt könnte beginnen. Ganz ohne Sicherheitskontrolle, Boarding-Time und irgendwelchen zoll- und sinnbefreiten Make-Up Artikeln, Duftwässerchen und Alkohol. In den Mengen, die hier angeboten werden lohnt es sich ja doch nicht oder ich habe gleich einen Jahresvorrat. Mich beschleicht das dringliche Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Ob Flugzeuge wohl durchgelüftet werden könnten – nur theoretisch gefragt?

Die Dame ist in den Vierfüßler Stand übergegangen und das intensive Atmen nimmt deutlich zu. Die trockene Luft im Flugzeug sorgt dafür, dass ich nichts mehr rieche. Wie schön wäre es jetzt, das Motorrad an zu machen, das so viel schönere Geräusch zu hören und überhaupt etwas zu riechen. Am liebsten wäre mir ja der Benzin- und Abgasduft. Ob man so was auch als Duftnote und dann auch noch zollfrei irgendwo bekommt? Hier im Flieger käme meine Motorradsehnsucht Duft-Mischung sicherlich eher etwas panisch rüber. Da könnten meine Mitreisenden dann auch mal Humor beweisen! Der Junge hinter mir hat jedenfalls ein ausgeprägtes Bewegungsbedürfnis. Meine Wirbelsäule leidet seit Bordeaux unter Turbulenzen.

Die schier endlosen Positionen absolvierend ächzt sich die Dame einem rosewatteähnlichem Ganzkörpergefühl und somit offensichtlich dem Finale entgegen. Das Flugzeug nähert sich mit 822 km/h bereits Madrid. Ich beschließe, mir ein Sauerstoffgerät mit Regulierung der Luftfeuchtigkeit zu bestellen. Es fühlt sich an, als wäre ich ein Kaktus in der achten Trockenzeit,… ohne Sprühregen.

Sobald ich mein Zimmer beziehe mache ich auch Pilates: In der Badewanne!

Die übrigen Reiseberichte für Fuerteventura findet Ihr hier im Reiseblog. In der Wolke rechts könnt Ihr gezielt nach den Reisezielen filtern.

Jetzt das Wichtigste:
Was fehlt Euch bei einer Flugreise – mal abgesehen von dem Motorrad an sich..?

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