Rocky II – Biberbau in Gefahr

Die vorgesehene Zeit für den Bustransfer kam mir mit 2 Stunden für 80 km ohnehin lang vor. Das wir diese Zeit deutlich unterbieten sollten, ist vermutlich üblich. Zumindest bei Rocky-Reisen.

Die PKW verschluckende Biberbau ist selbstredend nicht mit einem gewöhnlichen Bus vergleichbar.

Rocky steuerte nach einer etwas längeren Fahr durch die hügelige Schattenlandschaft das erste Hotel an. Es tackert „los sotisimtaturugalolomos“ aus der Sprechanlage. Im Gegensatz zum allgemeinen Schattenspiel sind die Hotelnamen -je nach Preisklasse- entweder beleuchtet oder bestehen aus einer Art Leuchtreklame. Der zu lesende Name am Gebäude ist tatsächlich etwa ein Drittel so lang, wie es in Rocky’s Durchsage klang. Das im Schriftzug enthaltene „Playa“ hatte ich dabei gar nicht rausgehört.

Kaum habe ich diese Erkenntnis verinnerlicht, rollt der Bus schon wieder. Ist denn hier niemand ausgestiegen?

Rocky startet durch. Durch enge Gasse, formschön verwinkelte Hotel Ein- und Ausfahrten – meistert er wie im Chill-Modus.

Nach jedem Stopp an einem weiteren Hotel gibt es weniger Passagiere im Bus. Einige von Ihnen mit und andere sogar ohne Gepäck.

Der Bus gibt nach jedem neuen anfahren quietschende und metallisch ächzende Geräusche von sich, die mir nicht so recht gefallen und die ich nicht zuzuordnen weiß.

Die nächsten Passagiere verlassen den Bus. Wieder mit Gepäck, wieder mit Geräusch. Ich fokussiere mich auf das Knarren und analysiere… Das den röhrenden Motorlärm übertönende Geräusch setzt jeweils mit wiederholten Anfahren ein und dauert dann etwas um eine Minute an. Dann ist es weg, bis zum nächsten Hotel.

Wenn mir derartige Geräusche bei einer Motorradtour auffallen würden – also über die Windgeräusche hinaus wahrnehmbare -, würde ich sicherlich nicht weiterfahren ohne die Ursache zu kennen. Die Sache lässt mir keine Ruhe. Nicht nur ich bin beunruhigt. Auch andere Mitfahrer tuscheln bereits.

Eine Theorie zur Ursache macht die Runde. „Die Gepäckklappe verursacht das Geräusch!“

Logisch passt die Annahme zum zeitlichen Ablauf.

Bus hält am Hotel. Gast und Rocky steigen aus. Rocky steigt ein. Bus fährt los. Gast entfernt sich mit Gepäck vom Haltepunkt. Das Geräusch setzt ein.

Nur… Wieso höre ich nicht erst das Geräusch der sich schließenden Klappe? Wieso erst bei der Fahrt? Fällt denn da nix aus dem Biberdamm? Keins der Mikado-Elemente?

Leicht panisch überlege ich noch, wie wahrscheinlich es ist, das mein Gepäck noch Teil des schrumpfenden Biberbaus im Busbauch ist. Da kommt die nächste Durchsage, die ich inhaltlich ignoriere und rein als akustischen Hinweis auffasse. Gespannt suche ich nach der bevorstehenden Leuchtreklame.

Das optisch vielversprechende Gebäude hat eine ansprechende Außenanlage und der Schriftzug wird dezent aber deutlich beleuchtet. Endstation. Zumindest für mich und mit etwas Glück auch für mein Gepäck.

Letztlich hat Rocky die Zeit um ganze 50 Minuten unterboten.

Er ist als erster draußen und fischt fast ohne hinzusehen zielsicher mein Gepäck aus dem Busbauch.

Ich bin erleichtert und begeistert. Rocky kriegt Trinkgeld!

Für eine Achterbahnfahrt hätte ich mehr bezahlt und die wäre schneller vorbei gewesen.

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