360 Grad: Staub, Steine, Spaß

Eine Vorüberlegung für diese Reise bestand darin, eine überaus kitschige aber gegebenenfalls tatsächlich erforderliche Aktivität von der UNENDLICHE-LISTE-DER-ZU-UNTERNEHMENDEN-DINGE auszuüben. So hatte ich überlegt, mir ein Pferd oder Pony auszuleihen und in einer geführten Gruppe durch die Gegend -wahlweise Landschaft- zu reiten und auch einmal mit dem Tier am Strand entlang zu reiten.

Zu diesem Plan muss ich sagen: Mit Pferden hatte ich nie viel am Hut.

Erfahrung habe ich nicht. Eine einzige Reitstunde empfinde ich als nahezu nicht erwähnenswert. Meine Überlegung ging dann in die Richtung: Sollte man mir bei aufrichtiger Beschreibung meiner nicht vorhandenen Reitkünste tatsächlich ein Tier für den Zeitraum von 120 Minuten überlassen, dann wäre auch ich bereit. Vor Tieren habe ich immer Respekt. Besonders bei 600 kg schweren Tieren, die darüber hinaus Fluchttiere sind. 600 kg sind einfach deutlich mehr Masse, als ich mit einer vollgeladenen Reiseenduro jemals erreiche. Auch wenn die „Lenkung“ ähnlich erfolgt – durch Verlagerung des eigenen Körpergewichtes… Ich finde, wer reitet ist mindestens so mutig oder verrückt -je nachdem wen man da eben so fragt- wie ein Motorradfahrer. Ein Motorrad hat einfach keinen eignen Willen. So wie ein Motorrad auf einer schmierigen Fläche wegrutschen kann, kann ein Pferd stolpern, sich erschrecken oder einfach mal „dagegen“ sein. Einzig die Tatsache, dass man mit dem Tier eher seltener aktiv am Straßenverkehr teilnimmt und die aufmerksamkeitsschwachen Sonntagsfahrer so seltener antrifft, reduziert das Risiko und macht reiten dann evtl. doch etwas sicherer. Also, wenn man es kann…
Soviel also dazu. Im Internet hatte ich nach kurzer Zeit zwei Reitställe ausfindig gemacht. Den dortigen Angaben nach sollte ein zweistündiger Ausritt pro Person 60 € kosten. Mit der Anfahrt und der Rückfahrt wäre ich da also einen halben Tag beschäftigt gewesen. Da ich üblicherweise nicht ruhig sitzen – oder noch schlimmer: LIEGEN – kann, war der Plan also so weit gefasst.

Bei der ersten Gelegenheit lauerte ich der Reiseleitung im Hotel auf. Der Plan mit einem Pferd am Strand unterwegs zu sein war ja auch schon so etwas wie ein guter Anfang.
Bereits auf dem Hinflug hatte ich allerdings den typischen Motorsport-Geruch vermisst. Irgendwie musste also noch etwas Entsprechendes her. Die Reiseleitung im Hotel und die absolut kundenorientierte Ausrichtung haben mich positiv überrascht. Zunächst gab es einen Zettel zur Ansicht in dem die unterschiedlichsten Aktivitäten gebucht werden konnten. Auf den ersten Blick sah ich – reiten war nicht Bestandteil dieser Liste. Also nachfragen. Wo ein Wille ist… da zahle ich auch. Irgendwie muss es also möglich sein. Die Dame schüttelt jedoch ernüchternd den Kopf. Reiten wäre in dieser Gegend nicht empfehlenswert. Ihr eindringliches, wenn auch kaum merkliches Kopfschütteln teilt mir mit, dass ich besser auch nicht auf eigene Faust weitersuchen sollte. Was auch immer sie mir hatte sagen wollen, sie meinte es offenbar sehr ernst.

Der Motorsport-Absatz und die Segelschiffe bündelten schlagartig meine gesamte Aufmerksamkeit.

Irgendwas war doch noch mit Pferden,… oder?!?

Drei Ausflüge habe ich gebucht. Mit einem Kartenlesegeräte druckte Sie mir gleich die Tickets aus, der Transfer erfolgte jeweils fußläufig zur Hotelanlage und war immer inkludiert. Silbertablet. Vermutlich überteuert. Bei einem Ausflug waren auch ein Mittagessen und die Getränke enthalten. Welchen Umfang diese Getränke und die Nahrungsmittelauswahl haben sollten, war mir zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht einmal ansatzweise klar.
Diese Art von Organisation kann man getrost „für Doofe“ nennen. Ich musste es – sofern die Teilnahme am Straßenverkehr Bestandteil der jeweiligen Aktivität ist, nüchtern- nur zu einer bestimmten Uhrzeit zum Abhol-Ort schaffen und mein Ticket mitbringen. Sonnencreme nicht vergessen.

Hier seht ihr, was aus meinem Plan wurde: MEGA Spaß. Ich habe mit dem Ding Fuerteventure von einer Küste zur anderen durchquert, an einer schmalen Stelle der Insel. Immerhin hat es insgesamt fast einen Tag gedauert. 

Staubig, ruppig, rasant, wild

Jederzeit würde ich es wiederholen! Abends hatte ich von der Staubbrille einen Abdruck im Gesicht und noch Wochen später Husten, trotz Halstuch. Ich so vermummt aus, wie einige der Mad Max Darsteller. 

Buggy-Fahrt auf Fuerteventura

Buggy-Fahrt auf Fuerteventura

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