abenteuerlicher Tag am Meer: Reisebericht Türkei 2015 – Tag 3 (Teil 1)

Mein Tag am Meer: Türkische Ägäis im Frühjahr 2015

Dieser Tag entwickelte sich völlig anders als erwartet. Geplant war ein abenteuerlicher Ausflug in die Luft und eine tolle Aussicht. Es kam alles anders..

Um den Transfer um 7:15 Uhr morgens zu schaffen geht es früh los. Um 6:59 Uhr am stehe ich am Frühstücksbuffet. Eigentlich würde ich lieber nicht zu diesen überpünktlichen Touristen gehören, die vor dem verschlossenen Speisesaal warten. Heute habe ich einen guten Grund dafür. Der Tag verspricht lang, anstrengend und unterhaltsam zu werden. Da werde ich wohl Hunger kriegen. Also esse ich ein schnelles eiweißhaltiges Frühstück: Baked Beans, Spiegelei und etwas French Toast, dazu 2 Espresso. 3 Stücke Türkischen Honig wickle ich ein und verstaue sie im Rucksack. Alleine damit kann man sicher Energiereserven wieder schnell auffüllen – wenn auch nicht optimal.

Der Fahrer des Paragliding-Veranstalters wartet bereits vor dem Eingang. Ich freue mich. Bei bestem Wetter steige ich in den Bus und wir fahren und rasantem Tempo über die Schotterpisten mit Schlaglöchern bis zur nächsten Hauptstraße. Hier wäre ich gerne mit dem Motorrad unterwegs: kleiner Tagtraum… eine Motorradreise durch die Türkei, ohne großes Gepäck und mit Übernachtungen und Strandhotels. Tagsüber Piste, abends Hamam. Dieser Reisebericht lässt sich vermutlich schneller schreiben, als mir als Reiseblogger recht wäre.

Wir flitzen mit dem Kleinbus um die Kurven und fahren in circa einer Stunde nach Ölüdeniz. Der Fahrer sammelt zwischenzeitlich noch die Angestellten des Veranstalters und einen Anhalter ein, der zufällig den gleichen Zielort hat wie wir. Aus dem Gespräche und der entsprechenden Körpersprache lässt sich erkennen, dass die Mitarbeiter nicht mit einer so frühen Abholung gerechnet haben es verläuft insgesamt recht chaotisch. Der Ablauf ist dabei immer gleich: Während der Fahrt wird die Seitentür automatisch geöffnet. Der Bus hält, die Personen steigen zu und der Bus fährt in dem Moment an, in dem der zweite Fuß des letzten Passagiers die Straße verlässt. Erst danach – schon während der Fahrt – wird die Tür wieder geschlossen. Es ist offensichtlich keine Zeit zu verlieren. Gefällt mir, auch wenn wir viel zu schnell auf die nächsten Kreuzung zusteuern – Straßenverkehrsregeln existieren nur in meiner Vorstellung…

Skurril ist ein völlig niedergebranntes Haus, an dem ein zu-verkaufen-Schild steht. Auf dem unverbrannten Schild ist das intakte Gebäude abgebildet. Ein paar Straßen weiter bietet ein Händler Waschmaschinen, Spülmaschinen und ein Schlauchboot an – alles stabil vor dem Laden aufeinander gestapelt.

Um 8 Uhr kommen wir an. Der spätere Treffpunkt wird mir kurz gezeigt und dann der Weg zu Hafen gewiesen. 300 Meter nach Westen. Auf den ersten Blick scheint hier alles menschenleer zu sein. Dann entdecke ich all die fleißigen Menschen, die Strandliegen aufstellen, Sonnenschirme verteilen, in den zahlreichen Cafés und Restaurants an der Promenade die Tische decken oder einfach frische Waren in die Geschäfte tragen.

Paragliding in Ölüdeniz bei Wetterwarnung?

Mir ist ein Platz in der ersten Reihe sicher. Ich frage den Jungen mit den Strandliegen nach dem Preis. Acht türkische Lira pro Teil für den ganzen Tag ist seine Antwort – nicht in Deutsch, nicht in Englisch – sondern mit Händen und Füßen und einem offenen Lächeln. Nach meiner Umrechnungs-App sind es 2 x 2,78 € für den Sonnenschirm und die Liege. Die Auflage ist inklusive. Ich entspanne also am Strand und sehe mir die Landungen der zahlreichen Paraglider an, die immer wieder in Rudeln aus dem Himmel fallen. Hinter der südlichen Bergkette wird es immer wolkiger. Ab 10 Uhr werden diese Wolken dunkler und ich überlege, ob und wie sich diese Wetteränderung auf meinen Sprung auswirkt.

Um 11:45 Uhr bin ich umgezogen am vereinbarten Treffpunkt. Umgezogen bedeutet in diesem Fall: eine lange Jeans (gegen evtl. Schürfwunden bei unsauberer Landung), Wanderstiefel um meine Knöchel zu schonen und einen warmen Pullover – denn es geht bis auf 1900 Meter Höhe. Meine Ausstattung kommt gut an. Ich fülle die erforderlichen Formulare aus. Alle Informationen sind gut verständlich in englischer Sprache zusammengefasst.

Um 12:00 Uhr soll es losgehen. Meine Anspannung steigt. Ich hätte mir nur gewünscht, Ölüdeniz bei klarer Sicht von oben zu sehen. Aber gut. Da kann man nichts machen. Um 12:11 Uhr werde ich mit meinem Vornamen angesprochen.

Wir werden nicht fliegen.
Es ist nicht sicher.
Tut uns sehr leid!

Na toll. Einerseits freue ich mich schlagartig. Das Unternehmen nimmt die Touristen also nicht aus, sondern handelt verantwortungsbewusst. Ein gutes Gefühl. Ich werde heute nicht fliegen: kein gutes Gefühl.

Sonnenbrille und Canon DSLR sollen mit auf den Flug und natürlich auch eine Actioncam. Sowas ohne Video einer GoPro?

Wir verhandeln kurz und stimmen die möglichen Optionen ab. Leider ist ein späterer Flug nicht möglich – dann bin ich mit einem Segelschiff nach Marmaris unterwegs. Man verspricht allerdings, mich möglichst in einer der anderen Touren unterzubringen – sofern sich das Wetter bessert und jemand nicht erscheint. Es sieht nicht gut aus für mich. Es sieht für niemanden gut aus, der heute noch fliegen möchte…

Fortsetzung folgt in Kürze…

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