Türkei 2015 – Tag 4: der Tag auf dem Bazar

 Nachdem ich gestern sehr früh aufstehen musste und auch das Frühstück eher hastig verlief, wollte ich es heute entspannter angehen. Nach dem Ausschlafen und einem ausgiebigen Frühstück im Hotel ging es mit dem Dolmuᶊ zum großen Bazar nach Fethiye. Der Preis für diese Strecke sollten 2 TL betragen, hatte ich an der Rezeption erfahren. Eine gute Gelegenheit mein Kleingeld loszuwerden.

Die Fahrt mit dem typischen türkischen Mini-Bus ist ein Erlebnis. Ohne verchromte opulente Felgen fährt hier fast keiner der kleinen Busse herum.

Die Tür ist während der Fahrt oft noch ein ganzes Wegstück geöffnet. Geld wird während der Fahrt nach vorne zum Fahrer durchgereicht und auch gewechselt. Menschen – völlig unterschiedlich – drängen hinein.  

Wenn man zu Beginn beim Fahrer nach dem Ziel fragt, sagt er den Zielort an der entsprechenden Haltestelle an. So auch beim Bazar. Nachdem ich ausgestiegen bin, laufe ich der britischen Familie hinterher, die offensichtlich etwas besser orientiert ist, als ich im ersten Moment. Nach etwa 20 Metern habe dann aber auch ich den Bazar entdeckt. Unter weißen, meist wüst abgespannten Planen werden hier Obst und Gemüse angeboten. Die Dimensionen der Früchte und Schoten weicht dabei etwas von den mir bekannten und immer genormten Formen aus unseren Supermärkten ab.   

 Ich kaufe Türkischen Honig für 5 TL und gehe weiter. Der Bazar ist aufgeteilt in Lebensmittel, Kleidung und Hausrat. Für die Segeltour möchte ich mir noch ein Handtuch kaufen. Die Herausforderung besteht hier eindeutig darin, ein Handtuch zu finden, auf dem kein Label vorhanden ist.

Nachdem es unter den Planen immer wärmer wird, mein Handtuch gefunden und die Handtaschenverkäufer möglichst höflich abgewimmelt sind, trete ich den Rückzug an. Ich muss irgendwie auf die andere Straßenseite kommen. Es ist wohl gerade Hauptverkehrszeit – zumindest ist es sehr voll.   

Eine Weile stehe ich an einer Ampel und beobachte die anderen Verkehrsteilnehmer. Dann entscheide ich mich dazu, einem jungen Mädchen in die Mitte der Straße zu folgen. Sie schlägt einen Haken und lässt einige Autos passieren, andere wiederum nicht. Ich erkenne den Unterschied nicht, aber ich bin gut auf der anderen Straßenseite angekommen. Nun muss ich einen Dolmuᶊ finden, der mich wieder in Richtung Hotel bringt. Vorne in den Bussen sind Schilder oder blinkende LED-Tafeln angebracht. Zur Sicherheit frage ich den Fahrer direkt nach meinem Hotel und er bestätigt meine Frage freundlich mit einem Nicken. Dann öffnet er die Beifahrertür und ich darf sogar vorne mitfahren. Hinten herrscht schnell Gedrängel. Ich bin wirklich froh über meinen Platz in der ersten Reihe. Das Geld der anderen Passagiere wird nun auch per Klopfen auf meine Schulter an mich weitergereicht. Per Handzeichen wird dazu dokumentiert, für wie viele Personen gezahlt werden soll. Was für ein Durcheinander.

Im Hotel angekommen, bringe ich meine Beute in das Zimmer. Ich habe schon wieder Hunger. Ja, tatsächlich.

Kurz vor dem Abendessen erhalte ich von der Veranstalterin noch das Geld für den Paragliding-Flug zurück.

Im Hotel gibt es gegrillten Wolfsbarsch. Ein einziger Fisch ist für mich kaum zu schaffen – aber verdammt, sieht das lecker aus!

Es ist der letzte Abend im Hotel. Ich möchte wenigstens einmal draußen sitzen. Die dunklen Wolken, die aus Richtung Meer auf das Hotelgelände zusteuern, lassen nichts Guten erahnen. Irgendwann nehme ich ein dumpfes Grollen wahr. Wird aus der dunklen Wolke jetzt tatsächlich ein Unwetter? Es kühlt immer mehr ab und ich gehe nach dem Essen direkt zum Strand, um mir das Wetter genauer anzusehen. 

 Mir wird hier richtig kalt. Ich setze mich an die Bar direkt am Pool und bestelle noch einen letzten Cocktail für diesen Urlaubsabschnitt. Countrymusik kommt aus den Lautsprechern und mein Cocktail bekommt ein Extra-Schirmchen gegen den drohenden Regen.

Ab 21 Uhr ziehen die ersten Regentropfen größer werdende Kreise in der vorher glatten Wasseroberfläche des Pools. Ich schlürfe meinen Cocktail leer und mache mich davon.

Ab ins Zimmer, Koffer packen. Morgen geht es wieder früh raus. Als ich später im Bett liege, höre ich die Frösche. Ich werde sie vermissen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Abenteuer, Kultur abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Türkei 2015 – Tag 4: der Tag auf dem Bazar

  1. Bernd schreibt:

    Das hört sich nach einem entspannten Tag an! Viel Spaß beim Reisen!

Gib Deinen Senf dazu! Danke.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s